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Der Lykische Weg in der Türkei
Was bin ich froh mit meinem Rucksack! Endlich ist es mir mal gelungen, wirklich nur das Nötigste mitzunehmen. Gerade mal sechs Kilo auf dem Rücken (inclusive BVB-Handtuch!), frei von jeglichem Luxus-Ballast. Das beflügelt enorm!
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Kalkan – Kas
Jetzt, zur Osterzeit, ist Kalkan ein gemütliches Örtchen mit zauberhaften versteckten Nischen. Die vielen, vielen Restaurants, die jetzt weitgehend wie ausgestorben sind, lassen jedoch erahnen, dass es hier nicht immer so beschaulich zugeht. Nach der doch recht langen Busfahrt von Antalya (5 Stunden!) brauche ich Zeit zum Relaxen und beschließe, erst morgen mit der Wanderung zu beginnen. So kann ich sogar mein erstes Bad im Mittelmeer genießen, das ich mir viel kälter vorgestellt habe.
Der Aufstieg von Kalkan ist ein herrlicher Start in den Tag. Immer schöner werden die Ausblicke auf die Küste und die vorgelagerten Inseln! Schon mittags erreiche ich Bezirgan. Himmlische Ruhe und das teure, aber idyllische „Owlsland“. Großes Plus: Der Holzofen auf dem Zimmer. Hier oben ist es nämlich lausig kalt, während in Deutschland gerade alle unter einer Hitzewelle stöhnen.
Stille. Nebelschwaden, Zauberlicht. Felsen, Wiesen, viel Grün. Vor Gökceren wartet schon Hüseyin, die Buschtrommel hat mein Kommen angekündigt. Zwei Kilometer ist er mir entgegen gekommen, damit ich bloß nirgendwo anders übernachte. Und das, wo doch gerade in diesem Moment auf seinem Hof ein Kalb geboren wird! Darum kümmern sich büyükbaba und anneanne, Opa und Oma.
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Pitschnass und trotzdem gut gelaunt! In Gesellschaft meiner holländischen Freunde Jan und Hans macht sogar Regen Spaß. In Cukurbag freue ich mich als Dortmunder und BVB-Fan über das Café Dede.
Ruhetag in Kas. Was tun? Beschließe, spontan an einem Tauchgang teilzunehmen. Eine gute Entscheidung. Zwar ist das Tauchen relativ unspektakulär, aber die Combo an Bord ist klasse und nach der Rückkehr liegen wir noch stundenlang auf dem Bootsdeck, labern Blödsinn und genießen die herrliche Sonne und das eine oder andere Efes-Bier.
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Kas – Demre
Von Kas nach Demre ist der Weg ein Traum. Die Blicke sind so schön, dass es einem Tränen der Rührung in die Augen schießen lässt. Bei Ali im unaussprechlichen Bogazcik gibt es eine tolle, skurrile Unterkunft. Im Fernsehzimmer gibt es Tee und der Ofen bollert. Trotz 30 Grad im Raum braucht Ali eine Wolldecke.
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Nach so viel Ruhe und Natur fühle ich mich im lauten Demre sehr unwohl und ergreife direkt nach der Ankunft die Flucht. Auch die Pension Kent und ihr Besitzer mit seinen durchschaubar eigennützigen Tipps sind mir unangenehm. Ich überspringe die nächsten Etappen und mache mich auf den Weg nach Karaöz.
Karaöz - Tekirova
Einsame Wege, viel Wald, schöne Blicke und schließlich das einfach nur schöne und beschauliche
Adrasan. Es ist erstaunlich ruhig hier in dieser traumhaft schönen Bucht. Am anderen Ortsende gibt es
sogar noch einen tollen Fluss mit gemütlichen Lokalen, wie dem Arikanda River Garden. Ein türkisches
Omelett, Wildwasserrauschen, angehaltene Zeit. Ruhe.
Mit der Ruhe ist es in Olympos vorbei. Was für ein fürchterlicher Ort! Der angebliche Backpacker-Treff
mit seinen so genannten Treehouses (die sich als Holzbaracken entpuppen) ist ein typisches
Lonely-Planet-Debakel. Was soll auch schon dabei herauskommen, wenn Millionen Menschen in aller Welt
einen „Geheimtipp“ lesen...
Schöner ist es bei „Emin“ in Cirali. Feuer inmitten des Essraums, kulinarische Köstlichkeiten vom
Buffet und die Lieder eines lustigen Musikantenpärchens aus Wales.
In der Nacht mit Taschenlampe und Leihfahrrad zu den „Yanartas Chimaerae“, den Flammen der ewig
brennenden Steine. Besonders magisch wirkt der Ort auf mich allerdings nicht. Scheint eher ein
beliebter Treff russischer Alkoholiker zu sein.
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Fazit: Spektakuläre Natur, herzliche Menschen und Kultur in Form zahlreicher alter Steine- der Lykische Weg ist wirklich, wirklich klasse, vor allem jenseits der touristischen Epizentren. Also Hände weg von den billigen All-inclusive-Angeboten in Kemer und Ko. Nur Flug buchen und dann dem Ruf des Abenteuers folgen!